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Nick Curry, der sich nach dem griechischen Gott des Spotts und der Nörgelei Momus nennt, ist ein schottischer Musiker und Autor, der seit einigen Jahren sein Domizil in Berlin aufgeschlagen hat. Er begann seine Karriere Anfang der 80er im Umfeld des legendären Post Punk-Labels Postcard. Ende der 80er fing er, jetzt in London, an, seine bis heute typischen hochgradig nerdigen und oft extrem bissigen Songs für das Label Creation Records aufzunehmen. Mitte der 90er änderte das Label seinen Sound und Momus passte nicht mehr dazu. Er wechselte die Plattenfirma und zog nach Paris.

Danach lebte er in mehreren Ländern, von denen ihn vor allem Japan bis heute fasziniert. Er interessiere sich generell für das Andere, und das würde für ihn als Schotten auch Japan als Gegenpart der britischen Inseln und ihrer Gesellschaft verkörpern, erklärt er seine Leidenschaft für das Land, über das er auch gerade ein sehr spezielles Buch schreibt. Im letzten Jahr erschien sein erster Roman, der sich mit einem anderen seiner Lieblingsthemen befasst, Sex. Zudem hat er ein Buch mit 15 Alternativgeschichten für die Entwicklung Schottlands veröffentlicht, die in ihrer Erzählweise z.T. an Fabeln erinnern. Bis zu seinem 50. Geburtstag in diesem Frühjahr hat er zudem mehrere Jahre täglich morgens ein Essay aus seine Seite iMomus gestellt und mit den Leser/innen diskutiert.

Zu seinem neuen, am 27. September erscheinenden Album Hypnoprism erstellte er auf YouTube zu jedem Song ein Video mit auf YouTube gefundenem Material, dass er dort als Playlist anbietet (hier zu finden:http://www.popkontext.de/index.php/2010/08/13/erster-song-vom-neuen-momus-album-hypnoprism/). Am 21. September stellt er es in der Berliner Galerie Image Movement vor. Zuvor ist Momus zu Gast bei Popkontext-Radio auf Reboot.fm. Neben Songs von seinem neuen Album gibt es eigene und fremde Lieblingssongs vom Künstler ausgewählt und garantiert interessante und unterhaltsame Gespräche zwischendurch.

Popkontext stellt Querverbindungen her – innerhalb von hundert Jahren aufgenommener Musik und zwischen hundert Genres; reist, inspiriert durch die kulturelle Vielfalt Berlins, ins Mutterland der Popmusik, die USA, in die Welt und zurück. Es gibt Neues, Wiederentdecktes, Wurzeln, Merkwürdiges zwischen Rebellion, Tanzgroove, Liebesbeteuerungen und Seelenleid - biografische Interviews und Themensendungen, manchmal taucht die Sendung einfach in ein Meer voller Perlen.

Popkontext.de ist auch eine Webseite, auf der es wie in der Sendung um Pokultur und Popmusik geht, die unter anderen Perspektiven betrachtet werden soll als im Mainstream: Es werden weibliche, homosexuelle und nichtweiße Perspektiven mit betrachtet , die im Mainstream zu kurz kommen und es soll nicht um eine schnelle Verkaufslogik gehen, sondern Musik und Kultur mit Schönheit, Geschichte und Substanz.

Auf der Webseite findet ihr nicht nur die Playlists, sondern auch Videos und Links sowie ausführlichere Interviews mit den vorgestellten Künstler/innen.

Barbara Mürdter, lebt als freie Kulturjournalistin in Berlin. Sie hat zehn 10 Jahre Musiksendungen bei Radio Flora Hannover gemacht, war ebenso lange Kneipen-DJ im „Bösen Wolf“ und stellt nächtliche Musikschleifen für die NDR Info Nighlounge zusammen.

English

This edition of Popkontext focusses on two new albums by Brazilian artists, Gilberto Gil’s Forró-Homage Fé na festa and Seu Jorge’s self titled record with his new band Almaz, where he covers songs that influenced him throughout his carreer (for more information go here, with English links and downloads), mainly Brazilian classics, but he also delivers a killer version of Kraftwerks The Model.

There are interview excerpts in English with Gil about Forró, a style of music from north eastern Brazil, and the role of Afro-Brazilian culture in the country. At the beginning and the end two bands from the Mangue Bit-Movement that developed in the early 90s in the city of Recife, also in the North East of Brazil, DJ Dolores and Nacão Zumbi. There is one song of Forró maestro Luiz Gonzago, who, despite his odd appearance, is still a hero not only to Gilberto Gil, but also younger bands of today, and Forró in the Dark, Brazilian expats living in New York, who mixed the traditional style with all the music they found in their new home country.

Popkontext is about connections – within a hundred years of recorded music, a hundred genres, it travels, inspired by the cultural diversity of Berlin, from the mother country of pop music, the US, into the world and back. It offers new and rediscovered music, roots and strange things between rebellion, dance grooves, assuranmces of love and suffering of the soul. The show will come with biographic interviews, look at special topics or may just dive into a sea of pearls.

Popkontext.de is also a website that looks just as the show at popculture and popmusic from a different angle: It tries to include female, gay & lesbian and nonwhite perspectives that are usually missing in the mainstream. It’s not about culture as a fast to consume product but about its beauty, history and substance.

On the website you will not only find the playlists, but also videos, links and interviews with the artists introduced in the show.

Barbara Mürdter is a freelance arts and culture journalist from Berlin. She hosted music shows at Radio Flora in Hanover for 10 years, has been Djing in pubs and clubs since 1997 and has been putting together mixtapes and sometimes contributing music related radio stories for public radio station NDR Info since 2007.