Zum Geburtstag von Peter Grummich ein schönes Set von ihm selbst:

Tracklist:

1.alex cortex - d 2 from album- pomelo 27
2.auxon - honkon - liquid pope mix-shaddock records
3.john heckle - my only hope - tabernacle records
4.ebb&flow - its all r&B -roundabout rec
5.hitsafe -dreams of love -isis mix-shaddock records
6.stephe collins & remute - awng - neurhythmics rec
7.joey babylon -detroit beatdown tribute-roundabout rec
8.poisen chat -une nuit americano-pcm 001
9.johnny cruz - sugar lips - geno002
10.ebb&flow - feel - mike huckaby remix -roundabout rec
11.octave one - electronic cinema - puzzelbox20
12.stephe collins&remute -no set beat-roundabout sounds 002
13.L.D. Nero-be the light -pomelo 26
14.reggie dokes -sustain-kuumba01
15.bleak - fall - suddendrop00 5

Die De-bug schrieb:

Grummich mag zwar aussehen, als bekäme er pro Woche nur zehn Stunden Tageslicht, und die dann – das wird oft berichtet, denn da wird er oft gesichtet – bei einer Afterhour wie im Berliner Club der Visionäre oder der Bar25, aber genauso gut könnte man behaupten, er wäre ein echtes Naturkind. Beweise? Sein eigenes Label heißt “Boot Musik”, auf der Rückseite des Albums ist eine Düne, der letzte Track heißt “The Kids Playing In The Park” (“Camp Tipsy” nicht vergessen) und das Album hat seinen Titel von Grummichs Fernseh-Verachtung (wir übersetzen, neudeutsch: Mach die Telenovela aus). Fernsehen ist für ihn ein Instrument der Manipulation. Böser noch als die aufgesetzte Mensch-Maschine-Ideologie, über die er sich im Track “A Roboter” kaputtlacht.
Grummich tanzt gerne, findet Musik auch auf Partys viel wichtiger als Drogen, das Ding da auf dem Cover ist ein Kinderspielzeug-Alien zum Gegen-Fensterscheiben-Werfen, das er seiner Nichte geschenkt hat, verdammt, auf der Shitkatapult-DVD war er in ständiger Begleitung eines Gummi-Entchens, wenn ich weiter in diese Richtung denke, würde ich Grummich – gab’s da nicht auch einen Track auf dem Album, der “Awaking Naked” hieß – für einen verspielten Naturalisten halten. Wenn mir nur im Hinterkopf dabei nicht “Naturkatastrophe” durch den Kopf spuken würde. Irgendwie bilde ich mir ein, Peter Grummich wäre eine gebrochene Geschichte.
Genau, das wollt ihr doch eigentlich wissen, was für ein Mensch steckt eigentlich hinter so einer Musik wie der von Grummich? Tut mir leid, ich hab keine Ahnung, ich maße mir so etwas nicht an, wir kennen uns nur flüchtig. Ende der Legende. Und selbst wenn die Musik ein Hinweis sein sollte – aber ich weigere mich, Musik als Hinweis auf etwas zu sehen, Musik ist mehr als das – dann kann man mit “Switch Off The Soap Opera” ganz von vorne anfangen, denn clevererweise ist das Ganze ein Album, das so etwas wie ein nicht ganz der Reihe nach gedachter Tag sein will, es fängt morgens an, mit Zirpen, sanften Tönen (“Incoming (There’s No Way Out)”), geht mit dem schon leicht angekratzten Monduntergang im Zwielicht weiter (“Orange Moon”), schaukelt sich schnell auf zum überbordend elektrisch aufgeladenen “A Roboter”, in dem alles zischelt und blitzt – nein, wir machen jetzt hier kein Review – und endet in ambienten Weiten. Aber nie weiß man genau, ob man jetzt noch mittendrin ist oder schon wieder am Anfang oder ob gleich nach dem Ende eigentlich alles wieder neu anfängt. Und genau das macht die Spannung von “Switch Off The Soap Opera” aus und vielleicht auch die von Grummich-Tracks überhaupt und vielleicht überhaupt die unserer gesamten eigenwilligen Party- und Musik-Vorstellung, denn festen Boden unter den Füßen zu haben ist nur so lange gut, wie man keine Metapher draus machen kann.