generator8rebootbildAlle Menschen sind sterblich. Außer, sie leben in der Literatur, Kunst, Musik, was irgendwie kein ‚richtiges’ Leben ist, einem aber den ‚richtigen’ Tod erspart. Den doofen „Permadeath“, der einem gar nicht ins Beauty-, Fitness-, Wellness- und Lifestyle-Konzept passt. Auch im Netz leben wir anders, ein Leben der Anderen: Auf Twitter ist Ich ein Anderer als auf Facebook. Oder eine Andere. Einige Andere. Ich ist meine Performance, lebend oder tot, tot und lebendig. Engtanz mit dem Ideal-Ich. Manchmal löscht man sich, manchmal kehrt man auch nach kurzer Krise wieder zurück. Was aber passiert, wenn wir „in echt“ sterben, so ganz banal biologisch? Wer löscht uns? Wer trauert um uns? Wer trägt Sorge, dass mit unserer virtuellen Leiche gut umgegangen wird? Wie schon Bela Lugosi als Dracula sagte: „There are far worse things awaiting man than death.“ – Christiane Frohmann spricht mit Kulturwissenschaftler und Literaturkritiker Stefan Mesch über den Tod im Netz.