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Wiederholung vom 13.3.2016
In den USA sind im November wieder Wahlen und es geht bereits hoch her. Zunächst ist noch nicht entschieden, wer überhaupt der Präsidentschaftskandidat der jeweiligen Partei wird. Aber es zeichnet sich klar ab, dass sich die Mehrheit der US-Wähler klar gegen den Status Quo ausspricht. Die Republikanische Partei ist quasi implodiert. Sie ist selber entsetzt, dass sich ein verhaltensgestörter Narzisst mit rassistischen und sexistischen Ansichten als ihr populärster Kandidat entpuppt. Bei den Demokraten gibt es auch einen ganz klaren Bruch. Die Wähler haben genug von den neoliberalen New Democrats.
Der unscheinbare Bernie Sanders, in hiesigen Verhätnissen ein Sozialdemokrat alter Schule, hat die Linke in den USA in Aufruhr versetzt. Jahrzehntelang hat er vor leeren Sälen gesprochen. Eigentlich wollte er in Rente gehen. Jetzt hat ihn sein Gewissen doch noch einmal dazu getrieben, für die Präsidentschaft zu kandidieren, angesichts der Zustände in seinem Land. Mit dem durchschlagenden Erfolg hat er wohl kaum gerechnet, vor allem nicht gegen die als Favoritin geltende Hillary Clinton, die gemeinsam mit ihrem Gatten über ein mächtiges politisches und mediales Netzwerk verfüg.
Wie vielleicht zu erwarten erreichte er unzufriedene Linke aller Altersklassen und Schichten. Aber vor allem erreichte er die junge Generation, die sich vom aktuellen Wirtschaftssystem um ihre Zukunft betrogen sah. So wurde der alte weißhaarige und etwas ungelenke Mann zu einem unerwarteten Popstar.
Zu seinen Veranstaltungen pilgern Zehntausende, bei den Vorwahlen bekommt er oft fast sozialistische Zahlen bei den jungen Wählern. Seine Kampagne dominiert das Netz. Und es gibt inzwischen auf YouTube hunderte Songs, in denen Jung und Alt „Bernie“ huldigt.
Klassische Formen des Protestsongs werden wiederentdeckt, mit Gitarre oder Ukulele begleitet. Dazu kommt Rap, aber auch Indie, Crooning und sogar Reggae. Neben vielen hausgemachten Produktionen, die zum Teil einer unfreiwillig komisch sind und musikalisch eher gut gemeint als gut sind, gibt es diverse professionelle Produktionen. Zudem werden diverse bekannte Songs umgedichtet, teils ernsthaft teilweise mit einer gehörigen Portion Ironie. Vielfach wollen die Künstler auch über Sanders’ Botschaft aufklären und ihre Mitbürger anregen, auch „Bernie“ zu wählen.
In der heutigen Sendung gibt es einen kleinen Überblick über die musikalischen Schöpfungen der Sanders-Unterstützer.