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Ina Wudtke aka T-INA Darling ist Künstlerin, Kuratorin, MC und DJ. In ihrer Arbeit die meistens die Form der Installation annimmt, verwendet sie Techniken wie Mixing, Serialität und Re-Repräsentation, auf der Matrix vom schwarzen Sound und New School Feminismus. Gemeinsam mit Dieter Lesage kuratierte sie die aktuell im Studio 1 des Kunstquartier Bethanien gezeigte Ausstellung: Black Sound, White Cube.

Black Sound White Cube präsentiert Arbeiten von zehn internationalen bildenden KünstlerInnen, die sich auf musikalische Traditionen der afroatlantischen Diaspora beziehen. Damit will die Ausstellung Black Sound White Cube Diskussionen abseits der hegemonialen Traditionsfelder von Avantgarde und Pop anregen. Black Sound White Cube basiert auf dem gleichnamigen, 2010 erschienenen Buch der deutschen Künstlerin Ina Wudtke und des belgischen Philosophen Dieter Lesage. Der White Cube,  so die zentrale These des Buches, sieht nicht nur weiß aus, sondern klingt auch weiß.

In seiner Geschichte als hegemoniale Präsentationsform für Kunst, von den 20er Jahren bis zur Gegenwart, hat sich der White Cube nur sehr zögerlich gegenüber schwarzem Sound geöffnet. Gleichzeitig wurden und werden die Ausdrucksformen, Kontexte und Sprachen von traditionell weißen musikalischen Szenen problemlos im Kunstkontext aufgenommen.
Von Rock, Punk über New Wave bis zu experimenteller Noise Avantgarde ist alles in den zeitgenössischen führenden Ausstellungen in Europa vertreten.
Beim Anblick von Kunst, die sich auf die (musikalische) Tradition der afroatlantischen Diaspora bezieht, scheint die zeitgenössische kontinentaleuropäische Kunst jedoch noch immer sprachlos,
da fehlen die Worte und vor allem der kulturelle Bezug. Einen Beat als komplexe Avantgarde zu verstehen, wie in der Harlem Renaissance der 20er Jahre mit der Erfindung der synkopischen Swing-Rhythmen, scheint im kontinentaleuropäischen Kunstkontext immer noch schwierig. Dabei überschneiden sich die Diskurse des schwarzen Sounds und der bildenden Kunst vielfach, wie eine ganze Generation zeitgenössischer KünstlerInnen mit ihren Werken belegen.

Wiederholung von 2011